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Mit dem Radl unterwegs im Weilheimer Moos und im Schwattachfilz

Im Rahmen des Klimafrühlings Oberland veranstaltete die Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos e.V. zwei Radltouren durch das Weilheimer Moos und das Schwattachfilz (am 15.05.2022 in Kooperation mit der Klimaschutzmanagerin der Stadt Weilheim, Frau Segerer und im Rahmen der Aktion „Bayern Tour Natur“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz / am 19.05.2022 in Zusammenarbeit mit Frau KaletschLang vom Mehrgenerationenhaus Weilheim). Dabei wurden den insgesamt 50 Teilnehmer*innen (unter ihnen der 3. Bürgermeister der Stadt Weilheim Alfred Honisch und der Fraktionsvorsitzende der Grünen Manuel Neulinger) einige Daten und Fakten zur geologischen Entstehung der Landschaft und der Böden des Gebietes nordwestlich von Weilheim und zur Geschichte des Torfabbaus im Weilheimer Moos und im Schwattachfilz präsentiert. An einem alten Handtorfstich wurde den Exkursionsteilnehmer*innen der obere Teil eines Torfprofils vorgestellt und hierbei dessen Veränderung durch die künstliche Absenkung des Grundwasserspiegels erläutert, bei der erhebliche Mengen an Kohlendioxid, Lachgas und Methan entweichen. Um diesen heute immer noch anhaltenden Vorgang zu beenden, wurde schon seit längerer Zeit von den Weilheimer Naturschutzverbänden (BN, SGW) und der Agenda-Gruppe Natur gefordert, den Wasserspiegel in einigen Teilarealen des Mooses durch entsprechende Staumaßnahmen anzuheben. Hierzu ist allerdings vorab eine Untersuchung zum Wasserstandsmanagement erforderlich , was demnächst von der Regierung von Oberbayern in Auftrag gegeben werden soll. Auch die Einstellung des letzten gewerblich betriebenen Torfabbaus in Bayern wurde wie schon mehrmals bei früheren Moosexkursionen vor Ort im Abbaugebiet A diskutiert. Neben diesen Problemen konnten sich die Teilnehmer*innen auch ein Bild machen von den allesamt ehrenamtlich geleisteten Landschaftspflegeaktivitäten der Schutzgemeinschaft, wie z.B. die Streuwiesenmahd, das Zusammenrechen des Mähgutes und diverse Aufstauarbeiten auf vereinseigenen Flächen und auf den Pachtgrundstücken der Stadt Weilheim. Hauptziel all dieser Maßnahmen ist die Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität und der Tierhabitate. Pflanzen, wie verschiedene Knabenkräuter, Trollblumen, Schwertlilien und seltene Tierarten, wie der Randring-Perlmuttfalter und der Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die Blauflügel-Prachtlibelle und viele der 180 im Weilheimer Moos nachgewiesenen Vogelarten, wie z.B. der Turmfalke, der Rotmilan, der Neuntöter, die Graugans, die Haubenmeise oder der Eisvogel, auch der in manchen Kreisen nicht besonders geliebte Biber sind Teile des Bayerischen Naturerbes und müssen insgesamt erhalten und geschützt werden im Sinne der „Bewahrung der Schöpfung“. SGW